Prof. Andrea Riccardi ist Empfänger des Julius-Itzel-Preises 2024

Prof. Andrea Riccardi, Preisträger des Julius-Itzel-Preises 2024

Der Julius-Itzel-Preis wird am 50. Todestag des Stifters Julius Itzel – am Samstag, 16. März 2024 – an einen ganz besonderen Menschen: Prof. Andrea Riccardi, den Gründer der St. Egidio Gemeinde. Mit dem  Preis zeichnet die ITZEL Stiftung Menschen aus, die jenseits ihrer beruflichen Pflichten ein gesellschaftspolitisch prägendes Lebenswerk geschaffen haben und deren Persönlichkeit und Wirken die Werte christlicher Humanität, Moral und Ethik widerspiegeln.

Professor Andrea Riccardi hat nicht nur eine Organisation ins Leben gerufen, sondern auch ein Vermächtnis geschaffen, das weit über die Grenzen einer Gemeinschaft hinausreicht. Professor Riccardi, ein herausragender Intellektueller und Friedensaktivist, hat sich zeitlebens für die Förderung von Solidarität und sozialer Gerechtigkeit eingesetzt. Seine Vision und sein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Gemeinschaft haben die Sant'Egidio Gemeinde zu einem Leuchtturm der Menschlichkeit gemacht. Unter seiner inspirierenden Führung entwickelte sich diese Gemeinschaft zu einem globalen Netzwerk von Menschen, die sich für diejenigen einsetzen, die in den Randbereichen der Gesellschaft stehen.


Das Herzstück der Sant'Egidio Gemeinde ist ihre unermüdliche Arbeit für den Frieden. Darüber hinaus hat er sich intensiv für die Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit eingesetzt. Die von ihm ins Leben gerufenen humanitären Projekte der St. Egidio Gemeinde, sei es in der Unterstützung von Flüchtlingen, der Versorgung von Bedürftigen oder der Förderung von Bildung, haben das Leben zahlloser Menschen positiv beeinflusst.

 

 

Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio

Am 7. Februar 1968 war der 1950 geborene Andrea Riccardi ein Schüler am Gymnasium Virgilio in Rom. An diesem Tag traf er sich zum ersten Mal mit einre Gruppe von Altersgenossen in der Nähe der Kirche Chiesa Nuova, die der Hl. Philipp Neri gern besuchte. Es war das erste Treffen der Gruppierung, die einige Jahre später unter dem Namen Gemeinschaft Sant’Egidio bekannt wurde.

 

 

 

 

Die ersten Schritte der Gemeinschaft

 Die Ursprungsgruppe der Gemeinschaft Sant’Egidio begann mit ihren Zusammenkünften in der Zeit großer, durch das Zweite Vatikanische Konzil ins Leben gerufenen Erneuerungen. Andrea Riccardi und die anderen Schüler trafen sich, um gemeinsam im Evangelium zu lesen und nach dessen Weisungen zu handeln.

So entstanden erste solidarische Initiativen. Als die Gemeinschaft noch keinen festen Sitz für ihre Treffen besaß und daher auch noch keinen Namen hatte, war sie trotzdem schon in den Randgebieten Roms mit den Baracken und Sozialvierteln anwesend. Andrea Riccardi hatte sich selbst bemüht, diese Welt kennenzulernen.

Seit 1973 trägt die Gemeinschaft den Namen Sant'Egidio von einem alten Kloster in Trastevere, das seitdem zum Ort für das tägliche Gebet wurde und die Aktivitäten der Gemeinschaft immer begleitet. In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre begann die Gemeinschaft Sant'Egidio auch in anderen italienischen Städten zu wirken. Seit den achtziger Jahren auch in Afrika, Amerika und Asien.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio heute

Für Andrea Riccardi ist das Gebet das wichtigste Werk der Gemeinschaft Sant'Egidio. Heute ist Sant'Egidio in über siebzig Ländern der Welt anwesend. Jede Gemeinschaft versammelt sich regelmäßig zum Hören auf Gottes Wort und zum Gebet. Neben dem Gebet sind die Armen und der Frieden Säulen, auf denen sich die Gemeinschaft gründet. In den Armen ereignet sich eine konkrete Begegnung mit Jesus. Daher ist die Arbeit von Sant'Egidio in den verschiedenen Armutssituationen immer unentgeltlich und von persönlichem und ehrenamtlichen Einsatz in einer geschwisterlichen Haltung geprägt.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio spielt daneben auch eine wichtige Rolle bei der Förderung von internationaler Zusammenarbeit, Frieden und Versöhnung unter den Völkern.

Verleihung des Julius Itzel Preises am 16. März 2024 in München

Die Preisverleihung findet am 50. Todestag des Stifters Julius Itzel, am 16. März 2024, in München statt.